Hi! Hier mal was Neues zum Anhören. Das ist eine Jamsession, wie man professionellerweise dazu sagt, also alles spontan entstanden. Mit Paul diesmal am Schlagzeug.
Session 27.05.
P.S.: Machs gut, Dennis Hopper!
Hi! Hier mal was Neues zum Anhören. Das ist eine Jamsession, wie man professionellerweise dazu sagt, also alles spontan entstanden. Mit Paul diesmal am Schlagzeug.
Session 27.05.
P.S.: Machs gut, Dennis Hopper!
Ich stehe ja total auf die Videoblogs der Auslandskorrespondenten der ARD. Besonders auf “Zwischen Mittelmeer und Jordan” von Richard C. Schneider und “London Calling” von der guten Anette Dittert. Angucken lohnt sich!
Hey! Gestern wurde von folgender Perle der Leipziger Tanzmusik aus dem Jahr 1995 gesprochen. “Heaven” war, glaube ich, eins der ersten Alben, in das ich mich so richtig festgehört hatte.

Eine andere Frage wunderschön formuliert gibt es bei Björks Liveauftritt in Paris. Anhören!
(edit: auch schönes Livevideo hier, besonders bei 1:56)
Hier klicken und wissen, warum hier gerade nichts Neues kommt.
(Uralt-Motorpsychovideo von 1993, mal sehen, wie lange es noch online ist, es lässt sich leider nicht einbetten)
Huhu, mal ein neuer Schnipsel aus dem miefigen Proberaum, nichts fertiges, aber mal was zum hören. *verspiel*
Proberaumschnipsel
Hallo! Da ich von meinem Blog-Programm-Dingens immer auf unveröffentlichte Einträge hingewiesen werde und ich gestern diese Radio Island-Sendung hörte, die ich euch sehr ans Herz legen möchte, krame ich mal diesen schon recht alten Text heraus. Außerdem ist das der offiziell 253. Blogeintrag, da kann man auch mal zurückblicken. Ich würde mittlerweile einiges anders schreiben oder sehen, naja. Viel Spaß bei Solstik Classics.
/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-/-
In den Medien wird momentan ein Thema recht häufig behandelt (gestern zum Beispiel auf Tagesschau.de). Eigentlich ist es schon wieder ein alter Hut, trotzdem will ich es nicht auslassen. Es geht um die Autonomen Nationalisten, das rechte Plagiat des exlinken Schwarzen Blocks. Mit schwarzen Kapuzenpullis, Transpis in Antifa-Layoutmanier, Polit-Hip-Hop und einer permanenten Straßenkampflust hat man bei ihnen fast das Gefühl, einem standesgemäßen Antifa-Demokonzept zu begegnen (die Verwechslungsgefahr ist nicht zu verachten, das Anstellen an der falschen Demoseite kann dadurch schnell mal im Krankenhaus enden, mindestens).
Die Entwicklung, die in den letzten Jahren stattfand, ist ja an sich nichts neues. Rechte Ausdrucksformen stammen fast durchgehend aus dem entgegengesetzem Spektrum (was auch immer das heißt), vom Skinhead bis zum “Nazi-Gothic”. Meistens passieren dabei auch ideologisch Schulterschlüsse mit dem Gedankengut des vermeintlich Anderen.
Nun könnte sich über die Dreistheit der Rechten, einfach Lifestye zu kopieren, aufgeregt werden. Oder über den Widerspruch, dass sie Trends wie Hip-Hop aufgreifen, deren Urväter (leider wirklich häufig nur Väter) ganz und gar nicht in ihr Weltbild passen. Das bringt aber vermutlich wenig. Viel spannender ist die Frage, wo die gute Kompatibilität zwischen den Ausdrucksformen zweier Lager herkommt, die sich eigentlich mehr als spinnefeind sind.
In Anbetracht der Elemente, die übernommen werden, kann schnell festgestellt werden, dass sie meist etwas aggressives, hartes und auch uniformiertes haben. Wenn (linke) Autonome gemeinsam in schwarzer Montur und mit fiesen Symbolen auf die Straße gehen ist das nichts, was sich in irgendeiner Form vor der Übernahme durch rechts schützen ließe. Eben das Gegenteil ist der Fall: Es ist sogar ziemlich attraktiv für Leute, die genau den gleichen Erschreckeffekt erreichen wollen und bei denen aggressive Männlichkeit ein Ideal ist. Die Härte in diversen Teilen der Linken drückt sich nicht nur durch Klamotten aus, auch die Musik muss schön knallen, alles andere ist langweiler und doofer Hippiekram. Gelegentlich wird mensch auch von dem Gefühl beschlichen, dass in manchem linken Umfeld sowohl Männer als auch Frauen einen verstärkt männlichen Habitus an den Tag legen müssen, um cool gefunden zu werden (ich gebe ja zu, dass ich mit Klisches arbeite, aber die treffen leider häufig zu). Das Ganze ließe sich noch ewig erweitern und stammt eventuell aus dem Bedürfnis, sich vom braven, angepassten und auch verweichlichten Nach-68er-Bürgertum abzugrenzen und dieses schön zu schocken, wie auch immer. Aber genau die Teile der Linken, die dies besonders praktizieren, werden nun von rechts kopiert. Dass der Schulterschluss zu Hip-Hop funktioniert ist eigentlich gar kein Wunder.
Interessant ist das Thema auch im Bezug auf linkes Design. Ich habe schon ungefähr 534234 Antifa-Sticker gesehen, die im Grunde fast die gleiche Gestaltung besitzen, immer eine zerlederte Schrift, ein 1000 mal benutzter Slogan, manchmal ein Sprühfleck, meist irgendein cool-bedrohliches Motiv usw. In ihnen spiegelt sich die Härte und Unantastbarkeit, die junge AntifaschistInnen von heute scheinbar benötigen, wider. Und -tärä- die Autonomen Nationalisten stickern nun selbst auch in diesem Stil herum.
Bogen zurück: Im Grunde ist die Entwicklung der letzten Zeit nur folgerichtig und es wäre eigentlich toll, wenn sie dazu führen würde, dass die Linke ihre eigene Symbolik und die Einstellungen dahinter reflektiert. Mal sehen, sag ich da. Schön wäre es einfach auch, um die Gefahr zu bannen, auf der falschen Demoseite zu landen (momentan gelegentlich noch an Israelflaggen zu erkennen).
Achtung, das war noch nicht das Ende. Die zweite Entwicklung der letzten Zeit, verbunden mit Thor Steinar und Co., ist der Versuch von rechts, stilistisch und inhaltlich in die gesellschaftliche Mitte vorzudringen. Deswegen ist häufig demonstriert, organisiert und diskutiert worden (Investigate Thor Steinar, Schöner leben ohne Naziläden, …). Das Thema hat etwas mit dem vorhergehenden zu tun: Bei beiden Tendenzen lässt sich unser geliebter Springerstiefelnazi nicht mehr ganz so leicht als solcher erkennen. Ich sage da: Nur gut so (außer man wird verkloppt), lange genug war mensch in der Lage, Sachen abzutrennen, die eigentlich nicht abzutrennen sind. Nationalistisches, rassistisches, autoritäres, sexistisches (usw.) Denken war schon immer in der ganzen Gesellschaft verwurzelt. Immerhin wünschen sich 65% der Deutschen ihre Lager zurück (fiktive, aber nicht unberechtigte Zahl). Um dieses Problem zu vertuschen gab es ihn stets, den lieben Nazi, den Bürgerschreck und die Ablenkung der deutschen Gesellschaft von sich selbst. Wenn Opa Achim über die Polen wetterte, denen nun Schlesien gehört oder Cousin Maik nach einer starken Hand verlangte, die mal wieder die Arbeitsplatzverteilung richtig regelt, so konnte man sich stets beruhigend sagen: “Zum Glück sind sie keine Nazis.” Heute ist diese Abgrenzung nicht mehr so leicht, Maik trägt Thor Steinar und Opi wählt den netten Nachbarn von der NPD. Und selbst wenn sie Pelle Pelle tragen oder Die Linke wählen würden, wäre höchstwahrscheinlich kein anderer Hintergrund zu finden. Es kommt zusammen, was zusammen gehört. Rechtes Gedankengut ist nun mal ein gesamtgesellschaftliches Problem.